Weltmeere erreichen neuen Temperaturrekord

Veröffentlicht am 17.09.2026

Die globale Meeresoberflächentemperatur hat einen neuen Höchststand erreicht. Am 22. August 2026 wurden im Mittel 21,10 °C gemessen. Das ist so hoch wie noch nie seit Messbeginn von 1979.

Ergebnisse
Nach Angaben des Copernicus Climate Change Service (C3S) erreichte die durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur im Bereich zwischen 60° Süd und 60° Nord am 22. August 2026 21,10 °C (siehe Pressemitteilung von C3S). Damit wurde der bisherige Rekord von 21,09 °C aus dem März 2024 knapp übertroffen (Abb. 1). Bemerkenswert ist vor allem der Zeitpunkt, denn die höchsten globalen Meerestemperaturen werden normalerweise im März und April erreicht. Der neue Rekord fällt dagegen in den August. Der Tagesrekord vom 22. August 2026 steht zudem nicht isoliert. Nach Angaben von Copernicus gab es im Verlauf des Jahres 2026 bereits eine Reihe von Monatsrekorden und Werten nahe den bisherigen Rekorden. Die hohen Temperaturen zeigen sich damit über einen längeren Zeitraum hinweg in weiten Teilen des globalen Ozeans.

Bild
Tägliche globale Meeresoberflächentemperatur in °C im Bereich zwischen 60° Süd und 60° Nord. Farbig gekennzeichnet sind die Jahre 2024, 2025 und 2026. Alle anderen Jahre zwischen 1979 und 2023 sind mit grauen Linien dargestellt. Die gestrichelte graue Linie kennzeichnet den Referenzzeitraum 1991–2020.

Abb. 1: Tägliche globale Meeresoberflächentemperatur in °C im Bereich zwischen 60° Süd und 60° Nord. Farbig gekennzeichnet sind die Jahre 2024, 2025 und 2026. Alle anderen Jahre zwischen 1979 und 2023 sind mit grauen Linien dargestellt. Die gestrichelte graue Linie kennzeichnet den Referenzzeitraum 1991–2020. Quelle: Pressemitteilung von C3S. Abgerufen am 17.09.2026.

El Niño verstärkt die Erwärmung
Copernicus führt die aktuelle Entwicklung auch auf ein sich derzeit entwickelndes starkes El-Niño-Ereignis im tropischen Pazifik zurück. El Niño bringt zusätzliche Wärme an die Meeresoberfläche. Nach Einschätzung der Weltorganisation für Meteorologie soll sich El Niño in den kommenden Monaten weiter verstärken. Gleichzeitig trifft dieses Ereignis auf einen Ozean, der sich bereits über viele Jahrzehnte infolge des menschengemachten Klimawandels erwärmt hat.

Folgen für Meere
Die Erwärmung der Ozeane hat weitreichende Folgen. Wärmeres Meerwasser dehnt sich aus und trägt dadurch zum Anstieg des Meeresspiegels bei. Gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit und Intensität von marinen Hitzewellen, die empfindliche Ökosysteme wie Korallenriffe und Seegraswiesen belasten können. Dies kann sich wiederum auf die Fischerei und Aquakulturen auswirken. Auch für das Wetter spielt die Erwärmung der Meere eine Rolle. Ein wärmerer Ozean gibt mehr Wärme und Feuchtigkeit an die Atmosphäre ab. Das kann unter anderem die Intensität von Starkniederschlägen und bestimmten Sturmsystemen erhöhen. Zudem nimmt mit steigender Wassertemperatur die Fähigkeit des Ozeans ab, Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufzunehmen.

Fazit
Der neue Tagesrekord zeigt, wie außergewöhnlich warm die Weltmeere derzeit sind. Ein starkes El-Niño-Ereignis erhöht die Meeresoberflächentemperatur zusätzlich und trifft dabei auf einen Ozean, der sich bereits langfristig erwärmt hat. Ob der aktuelle Rekord von Dauer sein wird, bleibt abzuwarten.