Weltmeere werden immer wärmer: Neue Rekordtemperaturen im Juni 2026

Veröffentlicht am 15.07.2026

Nicht nur die Atmosphäre erwärmt sich weiter, sondern auch die Ozeane speichern immer mehr Wärme. Aktuelle Messungen des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus (Copernicus Climate Change Service/Copernicus Marine Service) zeigen, dass die Meeresoberflächentemperaturen im Juni 2026 einen neuen Höchststand erreicht haben. Das hat weitreichende Folgen für die Meeresökosysteme, das globale Wetter und die Gesellschaft.

Ozeane erreichen neue Meeresoberflächentemperaturrekorde

Die Weltmeere haben im Juni 2026 einen neuen Temperaturrekord aufgestellt. Nach Daten des Copernicus Climate Change Service und des Copernicus Marine Service lag die mittlere globale Meeresoberflächentemperatur zwischen dem 60. nördlichen und dem 60. südlichen Breitengrad zeitweise bei rund 21 Grad Celsius (Abb. 1). Das ist so hoch wie nie zuvor zu diesem Zeitpunkt des Jahres. Damit wurden die bisherigen Höchstwerte aus den Jahren 2023 und 2024 um rund 0,1 Grad übertroffen.

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Die Abbildungen zeigen die mittlere globale Meeresoberflächentemperatur. Linke Abbildung: Gemessen vom Copernicus Climate Change Service. Rechte Abbildung: Gemessen vom Copernicus Marine Service.

Abb. 1: Rekordwerte für die mittlere globale Meeresoberflächentemperatur im Juni 2026. Linke Abbildung: Gemessen vom Copernicus Climate Change Service. Rechte Abbildung: Gemessen vom Copernicus Marine Service. Quellen: Copernicus Climate Change Service/Copernicus Marine Service. Abgerufen am 15.07.2026.

Ursache der aktuellen Hitzewelle

Die Rekordtemperaturen sind Ausdruck eines langfristigen Trends. Der weitaus überwiegende Teil der zusätzlichen Wärme, die durch den vom Menschen verursachten Treibhauseffekt entsteht, wird von den Ozeanen aufgenommen. Dadurch erwärmt sich die Atmosphäre zwar langsamer, gleichzeitig steigt jedoch der Wärmegehalt der Meere kontinuierlich an.

Ursache der aktuellen Hitzewelle der Weltmeere ist laut dem europäischen Erdbeobachtungsprogramm Copernicus eine Kombination aus der langfristigen Erwärmung durch den Klimawandel und dem kurzfristigen Klimaphänomen El Niño. Das Klimaphänomen El Niño heizt in Abstand von mehreren Jahren den zentralen Pazifik stark auf und verändert die Meeresströmungen und die Windsysteme über dem gesamten Pazifikraum. Bereits Anfang Juni meldete die National Oceanic and Atmospheric Administration, dass in diesem Sommer ein besonders starker El Niño auftreten könnte.

Folgen mariner Hitzewellen

Wärmere Meeresoberflächen erhöhen die Verdunstung und liefern der Atmosphäre zusätzliche Energie. Dadurch können Starkniederschläge und Überschwemmungen intensiver ausfallen, tropische Wirbelstürme mehr Energie aufnehmen und langanhaltende Wetterlagen begünstigt werden. Gleichzeitig geraten marine Ökosysteme unter Druck. Korallenriffe reagieren besonders empfindlich auf anhaltend hohe Temperaturen und können großflächig ausbleichen. Auch Seegraswiesen und Tangwälder sind betroffen. Viele Fischarten leiden unter marinen Hitzewellen. Manche Arten wandern in kühlere Regionen ab, während andere lokal stark zurückgehen. Somit wirken sich die Veränderungen ebenfalls auf die Fischerei, den Tourismus und den Küstenschutz aus.

Fazit

Die aktuellen Rekordtemperaturen der Weltmeere sind ein deutliches Signal des fortschreitenden Klimawandels. Sie zeigen, wie eng Klimawandel, Meeresökosysteme und Wettergeschehen miteinander verknüpft sind. Durch erhöhte Verdunstung und in der Folge zusätzlicher Energie in der Atmosphäre können Starkniederschläge und Überschwemmungen intensiver ausfallen sowie langanhaltende Wetterlagen begünstigt werden. Die anhaltende Erwärmung erhöht das Risiko für ökologische und gesellschaftliche Folgen.