
Klimatologische Einordnung des Jahres 2024 in Bayern
2024 war in Bayern und seinen Klimaregionen erneut das wärmste Jahr seit Messbeginn. Mit 10,2 °C lag die Jahresmitteltemperatur um +2,4 Grad über dem 30-jährigen Mittel des Referenzzeitraums 1971 bis 2000. Im Jahr 2024 fielen bayernweit in Summe etwa 1050 l/m² Niederschlag, das entspricht 114 % der Menge der Referenzperiode. Damit war 2024 das zehnt-nasseste Jahr seit 1951. Die hohen Niederschläge im Mai und September führten gebietsweise zu Hochwassern.
Temperaturen
Die Jahresmitteltemperatur betrug 2024 für Bayern 10,2 °C und lag um +2,4 Grad über dem 30-jährigen Mittel der Jahre 1971 bis 2000. Nach 2023 (10,1 °C) war 2024 somit das zweite Jahr mit einem Temperaturmittel über 10 °C in Bayern. Diese Entwicklung ist auch in den Klimastreifen (siehe Abbildung 1) erkennbar. Auch für Deutschland stellte 2024 einen neuen Rekordwert auf, in der Messreihe des Deutschen Wetterdienstes war das letzte Jahr nach 2023 wieder das wärmste Jahr seit 1881. Die bayernweiten Kennwerte mit hoher Datengüte liegen ab 1951 vor, weshalb die angegebenen Werte aus dieser Datenreihe stammen.

Das Jahr 2024 war nicht nur bayernweit, sondern auch in allen sieben bayerischen Klimaregionen das wärmste Jahr der Datenreihe. Dabei waren die Donauregion und die Mainregion mit der Jahresmitteltemperatur von 10,7 °C die wärmsten Klimaregionen und lagen +2,6 bzw. +2,3 Grad über der Temperatur der Referenzperiode von 1971 bis 2000.
In der Monatsbetrachtung waren in Bayern alle 12 Monate wärmer als in der Referenzperiode, was in Abbildung 2 deutlich sichtbar wird. Besonders hervorzuheben sind der jeweils wärmste Februar (+6,3 Grad) und März (+3,6 Grad) seit Beginn der Aufzeichnungen sowie der August auf Platz 3 im Ranking der höchsten Monatsmitteltemperaturen des betrachteten Zeitraums. Das Jahr 2024 startete mit dem jeweils wärmsten Winter (Dezember bis Februar) und Frühling. Sommer und Herbst belegten jeweils Platz 6.

In allen Klimaregionen lagen die Mitteltemperaturen der Jahreszeiten in den Top 10 der höchsten Mitteltemperaturen. Der Winter und der Frühling belegten überall einen der ersten beiden Plätze. Als außergewöhnlich warme Monate stachen der Februar (überall die höchsten Monatsmitteltemperaturen), der März (überall in den Top 3), der August (Plätze 2 bis 5) und der Oktober (überall Top 10) heraus.
Zusätzlich zu den Temperaturrekorden erreichten weitere Kennwerte neue Extremwerte. Im Durchschnitt über das gesamte Gebiet des Freistaats gab es im Jahr 2024 fast doppelt so viele Sommertage als in der Referenzperiode. Auch die Anzahl der Hitzetage lag in den Top 10. An 12 Tagen erreichte das Tagesmaximum der Temperatur mindestens 30 °C. Dagegen war dies im Referenzzeitraum durchschnittlich an 3,8 Tagen pro Jahr der Fall. Die Anzahl an Hitzewellen stieg auf einen neuen Höchstwert: Im Jahr 2024 wurden im Mittelwert über den gesamten Freistaat 6,9 Hitzewellen erreicht und damit fast fünfmal mehr als in der Referenzperiode. Zusätzlich dauerten die Hitzewellen mit fast sechs Tagen im Durchschnitt einen Tag länger. Bei den Eis- und Frosttagen setzt sich die bisherige Abnahme fort. Die Anzahl der Eistage sank auf die Hälfte. Bei den Frosttagen gab es im vergangenen Jahr mit nur 69 statt 113 im Bezugszeitraum einen neuen Tiefstwert. Der letzte Frosttag des Jahres wurde im Jahr 2024 zudem fast eine Woche früher aufgezeichnet als in der Referenzperiode üblich. Der erste Frosttag im Herbst hingegen wurde Anfang November erfasst und damit etwa zwei Wochen später als im Referenzzeitraum. Außerdem verringerte sich die maximale Anzahl aufeinanderfolgender Frosttage um die Hälfte. Während die Anzahl der Heiztage um −34 Tage abwich, gab es an 32 Tagen zusätzlich die Notwendigkeit zum Kühlen, was zu einer Verdoppelung der Anzahl der Kühltage gegenüber 1971–2000 führte.
Die Vegetationsperiode war in Bayern 2024 durchschnittlich um 52 Tage länger als in der Referenzperiode, das entspricht etwa einem Viertel des Referenzwertes. Durchschnittlich begann die Vegetationsperiode in Bayern im vergangenen Jahr sechs Wochen früher und endete eine Woche später. So startete die Saison der Apfelblüte seit 1951 noch nie so früh wie 2024 mit Anfang April.
Kurz gesagt: Der Klimawandel war auch 2024 in Bayern wieder deutlich zu spüren – es war das heißeste Jahr seit Beginn der Messung mit neuen Rekorden der Jahresmitteltemperatur, mehr Hitzewellen als bisher sowie vielen weiteren überdurchschnittlich hohen Kennwerten.
Niederschläge
Im Jahr 2024 fielen in Summe bayernweit etwa 1050 l/m² Niederschlag, das entspricht 114 % der Menge des Referenzzeitraumes. Damit war 2024 nasser als ein durchschnittliches Jahr und erreichte Rang 10 in den höchsten Jahressummen des Niederschlags im Vergleich der Jahre seit 1951. Die Niederschlagsstreifen für Bayern in Abbildung 3 zeigen die jährlichen Niederschlagssummen. Dabei ist kein eindeutiger Trend erkennbar, die Jahresniederschläge sind deutlich variabler als die Jahresdurchschnittstemperaturen. Dennoch lassen sich einzelne Perioden mit überwiegend feuchten oder trockenen Jahren erkennen, beispielsweise war es seit etwa 2003 bis 2022 eher trocken. Trotzdem hat der Klimawandel auch Auswirkungen auf den Niederschlag, die sich allerdings überwiegend durch Veränderungen in der Verteilung des Niederschlags innerhalb des Jahres zeigen.

Besonders auffällig im Jahr 2024 waren die Niederschläge im Mai und September, was in Abbildung 4 mit den hohen positiven Abweichungen gut zu erkennen ist. In diesen Monaten viel etwa doppelt so viel Niederschlag wie im Durchschnitt – im Mai +95 % und im September +112 %. Für Bayern erreichten diese Monate in der Folge auch Platz 3 bzw. 1 der höchsten Niederschlagssummen und führten gebietsweise zu Hochwassern. Im Winter und Frühling fiel in fast ganz Bayern mehr Niederschlag als in der Referenzperiode während der Sommer überwiegend etwas trockener war. Regionale Unterschiede zeigen die Karten in Abbildung 5.

In der Anzahl der Trockentage bzw. Niederschlagstage gab es 2024 nur geringe Abweichungen zum Durchschnitt der Referenzperiode. In den südlichen Klimaregionen wurden mehr Niederschlagstage aufgezeichnet, während sie im Norden (Klimaregionen Ostbayerisches Hügel- und Bergland, Main und Spessart) kaum Abweichungen zeigen. Die Anzahl der Trockenperioden lag unter den Referenzwerten, dabei war die Abweichung im Norden schwächer als im Süden. Bayernweit gab es in 2024 −30 % weniger Trockenperioden mit über elf Tagen Länge.

Niederschläge sind ein lokales Ereignis, besonders bei Stark- oder Dauerregen. Trotzdem erreichte die Anzahl der Starkniederschlagstage (>25 bzw. >= 30 mm) auch bayernweit die Plätze 8 und 5 im Vergleich mit allen Jahren seit 1951. Sie lagen um circa ein Drittel bzw. die Hälfte über dem Durchschnitt der Referenzperiode. Besonders viele Starkniederschlagstage gab es vor allem in den Klimaregionen Südbayerisches Hügelland, Donauregion und Ostbayerisches Hügel- und Bergland.
Kurz gesagt: 2024 war in Bayern insgesamt ein eher nasses Jahr mit hohen Niederschlägen insbesondere im Mai und September, die gebietsweise zu Hochwasser führten. Andere Monate waren im Mittel eher zu trocken. Kurze, starke Niederschläge sowie trockene Sommer sind Auswirkungen des Klimawandels – und beide im vergangenen Jahr in Bayern aufgetreten.
Klimatologische Einordnung des Jahres 2024 in den Klimaregionen
Klimaregion Alpen
Für die Klimaregion Alpen erreichte die Jahresmitteltemperatur mit 8,1 °C einen neuen Höchstwert und lag um 2,4 Grad über der Referenzperiode. Alle vier Jahreszeiten waren unter den wärmsten zehn Jahren seit 1951, darunter der Winter auf Platz 1 mit +3,3 Grad im Vergleich zum Referenzzeitraum. Die Temperaturen für Februar, März und August lagen in den Top 3, zusätzlich unter den zehn wärmsten Monaten reihten sich April, Juli und Oktober ein.
Sommertage gab es 2024 zweieinhalb Mal so viele wie in der Referenzperiode und die Anzahl an Hitzewellen erreichte mit einer Verdreifachung einen neuen Rekord (7,5 Hitzewellen im Jahr). Außerdem hielten die Hitzewellen im Schnitt einen Tag länger an. Seit 1951 gab es in der Klimaregion Alpen noch nie so wenige Frosttage, die Anzahl lag bei etwa drei Viertel (111 Tage). Mit 20 Tagen erreichte auch die maximale Anzahl von aufeinander folgenden Frosttagen einen neuen Tiefstwert (−64 %). Der Beginn der Vegetationsperiode lag im Vergleich zu 1971-2000 drei Wochen früher, die Apfelblüte setzte Ende April ein – früher als bisher (38 Tage früher als in der Referenzperiode).
Die Summe des Jahresniederschlags lag um +10 % über der durchschnittlichen Summe des Referenzzeitraums. Im Verlauf des Jahres stach besonders der September mit einem neuen Rekord hervor – hier fiel mit +126 % mehr als doppelt so viel Niederschlag als in der Referenzperiode. Im gesamten Jahr gab es 10 weitere Niederschlagstage, während die Anzahl der Trockenperioden (mit über elf Tagen Länge) um zwei Drittel abwich.

Klimaregion Alpenvorland
Wie in allen Klimaregionen erreichte die Jahresmitteltemperatur mit 9,6 °C auch im Alpenvorland einen neuen Höchstwert und lag um 2,4 Grad über der Referenzperiode. Auch hier fanden sich alle vier Jahreszeiten unter den wärmsten zehn Jahren seit 1951, darunter der Winter auf Platz 1 mit +3,7 Grad im Vergleich zum Bezugszeitraum und der Frühling mit +2,7 Grad auf Platz zwei. Die Temperaturen für Februar, März und August lagen in den Top 3, zusätzlich reihten sich April, Juni, Juli und Oktober unter den zehn wärmsten Monaten ein.
Die Temperatur erreichte doppelt so häufig (an insgesamt 43 Tagen) mehr als 25 °C, die Anzahl der Hitzetage lag mit 3,7 Tagen um zwei Drittel über der Referenzperiode. Mit 7,2 Hitzewellen erlebte die Region einen neuen Rekord – drei Mal so viele wie im Referenzzeitraum. Seit Beginn der Daten 1951 gab es in der Klimaregion Alpenvorland noch nie so wenige Frosttage, die Anzahl wich um ein Drittel ab und erreichte nur 84 Tage. Sowohl die Anzahl der Eistage, als auch die maximale Anzahl von aufeinander folgenden Frosttagen halbierten sich. Die Vegetationsperiode dauerte im Vergleich zum Bezugszeitraum zwei Monate länger an und startete 51 Tage früher. Die Apfelblüte setzte Mitte April ein, um 37 Tage früher als in der Referenzperiode.
Im Jahr 2024 fiel in der Region Alpenvorland insgesamt +13 % mehr Niederschlag als die durchschnittliche Summe des Referenzzeitraums. Im Verlauf des Jahres stachen besonders die Monate Mai und September heraus. Mit +84 % Niederschlag im Vergleich zum Bezugszeitraum belegte der Mai 2024 Platz 5 im Ranking der niederschlagsreichsten Monate seit 1951, der September schaffte es mit fast doppelt so viel Niederschlag (+94 %) als in der Referenzperiode auf Platz 2. Im gesamten Jahr gab es neun Niederschlagstage mehr als in der Referenzperiode, und einen zusätzlichen Starkniederschlagstag (bei 10 Tagen pro Jahr in 1971–2000), während die Anzahl der Trockenperioden mit elf Tagen Länge um zwei Drittel geringer ausfiel.

Klimaregion Südbayerisches Hügelland
Auch im Südbayerischen Hügelland erreichte die Jahresmitteltemperatur einen neuen Rekordwert mit 10,4 °C und lag damit um 2,3 Grad über der Referenzperiode. Alle vier Jahreszeiten fanden sich unter den wärmsten sechs Jahren seit 1951, Winter und Frühling erreichten Platz 1 mit +3,7 Grad und +2,6 Grad im Vergleich zum Referenzzeitraum und Sommer und Herbst landeten auf den Plätzen 5 und 6. Die Temperaturen für Februar und März lagen in den Top 3, außerdem lagen Juni, Juli, August und Oktober in den zehn wärmsten Monaten.
Die Anzahl der Sommertage fiel mit 58 Tagen um +80 % höher aus und mit 9,3 Tagen erreichte die Tageshöchsttemperatur fast drei Mal so häufig mindestens 30 °C. Die 7,1 Hitzewellen stellten einen neuen Rekord für die Region dar, dies entspricht einer Verdreifachung im Vergleich zum Referenzzeitraum. Ebenfalls ein neuer Rekord waren die wenigen Frosttage, die sich 2024 nur auf 64 Tage und damit um −40 % weniger als in der Referenzperiode beliefen. Die Anzahl an Eistagen hat sich sogar mehr als halbiert, auf 13 Tage. Der erste Frosttag im Herbst war drei Wochen später. Die Vegetationsperiode dauerte im Vergleich zum Referenzzeitraum 56 Tage länger an, und startete 50 Tage früher. Die Apfelblüte setzte Mitte April ein, um 34 Tage früher und damit so früh wie in keinem Jahr der vorhandenen Daten.
In der Region Südbayerisches Hügelland fiel im Jahr 2024 insgesamt +20 % mehr Niederschlag als die durchschnittliche Summe des Referenzzeitraums. Die Jahreszeiten außer dem Herbst erreichten im jeweiligen Ranking die Top 10 in der Niederschlagssumme. Besonders nass waren der Mai (Platz 3, +113 %) und der September auf Platz 1 mit mehr als doppelt (+128 %) so viel Niederschlag als der durchschnittliche September in der Referenzperiode. An 144 Tagen gab es im Jahr 2024 Niederschlag, das waren 8 Tage mehr als im Bezugszeitraum. Die Anzahl der Trockenperioden mit über elf Tagen Länge halbierte sich. Mit 4,8 Starkniederschlagstagen mit mindestens 30 mm Niederschlag (+2,1 Tage zur Referenzperiode) erreichte 2024 im Vergleich mit den Jahren seit 1951 Platz 4.

Klimaregion Donauregion
Für die Klimaregion Donauregion erreichte die Jahresmitteltemperatur mit 10,7 °C einen neuen Höchstwert und lag um 2,6 Grad über der Referenzperiode. Alle vier Jahreszeiten lagen unter den wärmsten zehn Jahren seit 1951, darunter der Winter auf Platz 2 mit +3,6 Grad im Vergleich zum Referenzzeitraum und der Frühling mit +2,7 Grad mit einem neuen Höchstwert. Die Temperaturen für Februar und März belegten ebenfalls Platz 1, zusätzlich fanden sich die Monate Mai, Juni, August und Oktober unter den Top 10.
Die Anzahl der Sommer- und Hitzetage fiel in der Region deutlich höher aus und lag mit +80 % und +260 % zum Bezugszeitraum jeweils auf Platz 5. Mit 7,4 Hitzewellen hat sich die Anzahl dieser fast verdreifacht und damit einen neuen Rekord aufgestellt. Seit 1951 gab es in der Klimaregion Donau noch nie so wenige Frosttage, die Anzahl betrug knapp die Hälfte. Der Beginn der Vegetationsperiode setze fast sieben Wochen früher ein als noch im Referenzzeitraum und auch die Apfelblüte startete einen Monat früher.
Insgesamt fiel 2024 +14 % mehr Niederschlag als in der Referenzperiode, womit das Jahr auf Platz 10 der nassesten Jahre seit 1951 landete. Im Winter und Frühling ergab die Niederschlagssumme ca. 140 %, im Herbst 130 % der durchschnittlichen Summe von 1971-2000. Besonders nass waren der Mai und der September, beide landeten auf Platz 1 mit der doppelten und zweieinhalb-fachen Menge des durchschnittlichen Niederschlags in der Referenzperiode. Es gab weniger Trockenperioden, ihre Anzahl fiel um ca. −43 % geringer aus. Neben vier zusätzlichen Tagen mit Niederschlag verdoppelte sich die Anzahl der Starkniederschlagtage (mit mindestens 30 mm Niederschlag), womit sich 2024 auf Platz 5 einreihte.

Klimaregion Ostbayerisches Hügel- und Bergland
Auch im Ostbayerischen Hügel- und Bergland erreichte die Jahresmitteltemperatur einen neuen Rekordwert mit 9,6 °C und lag damit um 2,6 Grad über der Referenzperiode. Alle vier Jahreszeiten waren unter den wärmsten fünf Jahren seit 1951 zu finden, Winter und Frühling erreichten die Plätze 2 und 1 mit +3,5 Grad und +2,9 Grad im Vergleich zum Referenzzeitraum. Die Temperaturen für Februar und März lagen auf Platz 1 und der August erreichte Platz 3. Außerdem gehörten die Monate Mai, Juni, September und Oktober zu den zehn wärmsten Monaten.
Die Anzahl der Sommertage verdoppelte sich auf 48 Tage und mit 7,3 Tagen stieg die Tageshöchsttemperatur drei Mal so häufig auf mindestens 30 °C. Die 6,4 Hitzewellen stellten einen neuen Rekord für die Region dar, dies entspricht +166 % im Vergleich zum Bezugszeitraum. Ebenfalls ein neuer Rekord waren die wenigen Frosttage, die sich 2024 nur auf 80 Tage und damit um ein Drittel weniger als in der Referenzperiode beliefen. Die Anzahl an Eistagen hat sich sogar mehr als halbiert, auf 17 Tage. Die Vegetationsperiode dauerte im Vergleich zum Referenzzeitraum über sechs Wochen länger und startete 36 Tage früher. Die Apfelblüte setzte Mitte April ein, um einen Monat früher und damit so früh wie in keinem Jahr der vorhandenen Daten.
In der Region Ostbayerisches Hügel- und Bergland fiel im Jahr 2024 insgesamt +12 % mehr Niederschlag als die durchschnittliche Summe der Referenzperiode. Besonders nass war der Winter mit +52 %. In den Monaten Mai und September fiel jeweils doppelt so viel Niederschlag wie im Referenzzeitraum, wodurch die Monate die Plätze 3 und 6 belegen. Im Vergleich gab es 2024 insgesamt zwei zusätzliche Niederschlagstage, die Anzahl der Trockenperioden wich um etwa −10 % ab. Mit 1,5 weiteren Starkniederschlagstagen mit mindestens 30 mm Niederschlag traten diese um +80 % häufiger auf, womit 2024 hier auf Rang 6 landete.

Klimaregion Mainregion
Wie in allen Klimaregionen erreichte die Jahresmitteltemperatur mit 10,7 °C auch in der Mainregion einen neuen Höchstwert und lag um 2,3 Grad über der Referenzperiode. Auch hier fanden sich alle vier Jahreszeiten unter den wärmsten zehn Jahren seit 1951, darunter der Winter auf Platz 2 mit +3,4 Grad im Vergleich zum Referenzzeitraum und der Frühling mit +2,4 Grad auf Platz 1. Die Temperaturen für Februar und März erreichten ebenfalls den ersten Platz, zusätzlich reihten sich Mai, August, September und Oktober unter den zehn wärmsten Monaten ein.
Die Temperatur erreichte an fast 60 Tagen mehr als 25 °C, was einer Steigerung um +70 % gegenüber der Referenzperiode entspricht. 15 Hitzetage brachten 2024 auf den achten Rang und lagen um +166 % über den Durchschnittswerten von 1971–2000. Mit 6,3 Hitzewellen erlebte die Region zweieinhalb Mal so viele wie im Bezugszeitraum. Die Anzahl der Frosttage fiel mit 63 Tagen um ein Drittel geringer aus, Eistage wurden nur halb so viele aufgezeichnet. Die Vegetationsperiode dauerte im Vergleich zum Referenzzeitraum 54 Tage länger an, dabei startete sie 42 Tage früher. Die Apfelblüte setzte Anfang April ein, einen Monat früher als in der Referenzperiode.
Im Jahr 2024 fiel in der Mainregion insgesamt +10 % mehr Niederschlag als die durchschnittliche Summe des Referenzzeitraums. Dabei erreichte der Winter mit einem Drittel mehr Niederschlag Platz 8 und bei den Monaten reihte sich der Mai mit einer zusätzlichen Niederschlagsmenge von +75 % auf Rang 7 ein. Als einzige bayerische Klimaregion erfuhr die Mainregion 2024 weniger Niederschlagstage (2 Tage) als in 1971–2000. Die Anzahl Trockenperioden über elf Tage lag um −10 % unter dem Bezugswert, die Starkregentage hingegen um etwa +20 % darüber.

Klimaregion Spessart-Rhön
Für die Klimaregion Spessart-Rhön erreichte die Jahresmitteltemperatur mit 9,9 °C einen neuen Höchstwert und lag um 2,3 °C über der Referenzperiode. Alle vier Jahreszeiten waren unter den wärmsten zehn Jahren seit 1951 zu finden, darunter der Winter und Frühling auf Platz 2 mit +3,3 Grad und +2,7 Grad im Vergleich zum Referenzzeitraum. Die Temperaturen für Februar und März lagen auf den Plätzen 1 und 3, zusätzlich unter den zehn wärmsten Monaten reihten sich Mai, August, September und Oktober ein.
Die Anzahl der Sommertage hat sich fast verdoppelt, die der Hitzetage mehr als verdreifacht. Mit 6 Hitzewellen erlebte die Region über zweieinhalb Mal so viele wie im Referenzzeitraum. Seit 1951 gab es noch nie so wenige Frosttage, die Anzahl fiel mit 65 Tagen um fast −40 % geringer aus. Der Beginn der Vegetationsperiode lag im Vergleich zum Bezugszeitraum 38 Tage früher, die Apfelblüte setzte Mitte April ein – früher als bisher (33 Tage früher als in der Referenzperiode).
Die Summe des Jahresniederschlags lag um +8 % über der durchschnittlichen Summe des Referenzzeitraums. Im Verlauf des Jahres traten besonders Mai und September hervor – hier fielen +51 % und +63 % mehr Niederschlag als in der Referenzperiode. Die Häufigkeit von Trockenperioden mit mehr als elf Tagen fiel um fast ein Drittel geringer aus. Auch die Anzahl von Starkniederschlagstagen (mit >25 mm bzw. >=30 mm pro Tag) lag um −15 % bzw. −30 % unter dem Bezugswert.

Versionshinweis der Daten
Datum der Veröffentlichung: 18.12.2025
Die für Bayern und die Klimaregionen angegebenen Werte entstammen den Daten des Deutschen Wetterdienstes (HYRAS-DE v6-1).
Den Klimastreifen der Jahresmitteltemperatur (Abbildung 1) liegt der Grids-Germany Datensatz Version v1.0 des Deutschen Wetterdienstes zugrunde.
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