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Klimaanpassungsindikatoren

Die Indikatoren des Klimaanpassungsmonitorings beschreiben die Umsetzung von Anpassungsaktivitäten (sogenannte Response-Indikatoren) in den verschiedenen Handlungsfeldern für Bayern.

R-NA-1 Flächen für Naturschutzziele

* Anteil der Fläche, die nicht bereits in den vertraglich oder eigentumsgleich gesicherten Flächen enthalten ist
Datenquelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt

© Bayerisches Klimainformationssystem LfU 2026

R-NA-1 Flächen für Naturschutzziele: Anteil der für Naturschutzziele ausgewiesenen Flächen an der Landesfläche Bayerns im Zeitraum 1998 bis 2024 in Prozent.

Kurzbeschreibung

Der Indikator R-NA-1 Flächen für Naturschutzziele bildet die für die Ziele des Naturschutzes ausgewiesenen Flächen in Bayern ab. Mit dem Bayerischen Naturschutzgesetz 2021 verpflichtet sich Bayern dazu, ein Netz räumlich oder funktional verbundener Biotope (Biotopverbund) zu schaffen. Dieser Biotopverbund soll bis zum Jahr 2023 mindestens 10 Prozent Offenland, bis zum Jahr 2027 13 Prozent Offenland und bis zum Jahr 2030 15 Prozent Offenland der Landesfläche umfassen.

Nicht nur die Gesamtgröße der geschützten Flächen, sondern auch deren Qualität und Verbindung untereinander sind wichtige Voraussetzungen für erfolgreichen Artenschutz. Deshalb kommt dem europäischen Netz von Schutzgebieten Natura 2000 (mit einem Anteil von 11,3 Prozent an der Landesfläche Bayerns) und dem BayernNetz Natur eine herausragende Bedeutung zu. Aktuell gibt es über 400 BayernNetz Natur-Projekte. Sie fördern Anliegen des Naturschutzes, die für die jeweilige Region von Bedeutung sind, wie zum Beispiel Wiesentäler im Hochspessart oder Magerrasen im bayerischen Oberland.

Bezug zum Klimawandel

Für die Bewältigung des Klimawandels spielen für die Ziele des Naturschutzes ausgewiesene Flächen eine entscheidende Rolle. Sie tragen zum Erhalt der biologischen Vielfalt, zur Entwicklung seltener und gefährdeter Arten und Biotope und dem Fortbestand von Tier- und Pflanzenpopulationen bei.

Definition und Berechnung

Der Indikator R-NA-1 Flächen für Naturschutzziele bildet den Anteil der für Naturschutzziele ausgewiesenen Flächen an der Landesfläche Bayerns ab. Dazu gehören die gesetzlich geschützten Flächen: NATURA 2000-Gebiete, Naturschutzgebiete, Nationalparks, Flächen nach Paragraf 30 des Bundesnaturschutzgesetzes, Naturwaldreservate, flächige Naturdenkmäler sowie geschützte Landschaftsbestandteile. Neben gesetzlich geschützten Flächen spielt auch der Erwerb ökologisch bedeutsamer Flächen durch andere Akteure, allen voran Kommunen und Naturschutzverbände, eine Rolle. Diese eigentumsgleich gesicherten Flächen werden oft mit Unterstützung des Bayerischen Naturschutzfonds oder mit EU-Fördermitteln im Rahmen spezieller Naturschutzprojekte angekauft. Ein weiterer wichtiger Baustein sind vertraglich gesicherte Flächen, die vor allem über das staatlich geförderte Vertragsnaturschutzprogramm nach den Vorgaben des Naturschutzes bewirtschaftet werden.

Interpretation

Der Anteil der Flächen in Bayern, die für Ziele des Naturschutzes ausgewiesen sind, hat im betrachteten Zeitraum zugenommen, der Trend ist steigend. 2024 umfassten diese Flächen 14,75 Prozent der Landesfläche. Derzeit erlaubt der Indikator noch keine umfassende Aussage über die Qualität aller streng geschützten Gebiete und deren Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt.

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