ETH Zürich: Farbstreifen zeigen deutlich die Ozeanversauerung der letzten vier Jahrzehnte

Veröffentlicht am 10.02.2026

Forschende der ETH Zürich machen in ihrem kreativen Visualisierungstool die Ozeanversauerung sichtbar. Sie zeigen anhand von Farbstreifen, wie die Ozeane durch den menschengemachten Klimawandel seit 40 Jahren saurer werden. Diese Farbstreifen erinnern an die berühmten Warming Stripes, auch Klimastreifen genannt, die in deutlicher Weise das Ausmaß der globalen Erwärmung aufzeigen.

Visualisierung mittels Farbstreifen
Die Visualisierung beruht auf einem von der ETH Zürich zusammengestellten Datensatz zur Ozeanversauerung. Dazu wurden Schiffsmessungen und Satellitendaten mithilfe von maschinellem Lernen kombiniert. Der Datensatz umfasst pH-Werte verschiedener Meeresregionen der letzten vierzig Jahre im Zeitraum von 1982 bis 2022. In der Abb. 1 ist der gemittelte globale pH-Wert der Ozeane dargestellt: 

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Farbstreifen der mittleren globalen pH-Werte von 1982 bis 2021.

Abb. 1: Farbstreifen der mittleren globalen pH-Werte von 1982 bis 2022. Quelle: ETH Zürich, abgerufen am 10.02.2026.

In der Abb. 1 wird jedes Jahr durch einen vertikalen Streifen repräsentiert. Die Farbe verrät, wie sauer das Wasser war: Blaue bis grüne Töne stehen für höhere pH-Werte, während rötliche Farbtöne niedrigere pH-Werte und damit eine zunehmende Versauerung signalisieren. Diese Gestaltung ist angelehnt an die berühmten Warming Stripes des Klimawissenschaftlers Ed Hawkins. Doch hier steht nicht die Erwärmung der Erdatmosphäre, sondern die Chemie der Ozeane im Zentrum. Die Abb. 1 zeigt, dass der globale pH-Wert im Zeitraum von 1982 bis 2022 um 0,071 Einheiten gesunken ist. Das entspricht einer Erhöhung des Säuregehalts um 18 Prozent.

Folgen für die Meeresbewohner
Die Visualisierung macht deutlich, was oft abstrakt bleibt: Wenn das zunehmende Kohlendioxid infolge des Klimawandels im Meerwasser gelöst wird, entsteht vermehrt Kohlensäure, d. h. der pH-Wert sinkt und die Versauerung nimmt zu. Gleichzeitig verringert sich der Sättigungsgrad von karbonhaltigen Mineralien. Die Zunahme der Säure im Meerwasser kann weitreichende Folgen haben: Arten, die auf karbonhaltige Mineralien angewiesen sind – etwa bestimmte Planktonformen, Muscheln und Korallen geraten unter Stress. Da viele dieser Arten wichtige Bausteine mariner Nahrungsketten sind, könnte die Versauerung langfristig ganze Ökosysteme destabilisieren. Der Zusammenbruch hätte gravierende Auswirkungen auf den Fischbestand.