Der aktuelle Bericht des Instituts für Wasser, Umwelt und Gesundheit der Vereinten Nationen (UN) spricht nicht mehr nur von einer globalen Wasserkrise, sondern bereits von einem Wasserbankrott und sieht den Klimawandel als Brandbeschleuniger (siehe Abb. 1).
Kernaussagen des Berichtes
Die Welt befindet sich laut dem Bericht bereits jenseits einer Wasserkrise. In vielen Regionen weltweit werde nicht mehr nur vorübergehend zu viel Wasser genutzt – vielmehr seien unter anderem Flüsse, Seen, Grundwasserreservoire und Gletscher so stark übernutzt und geschädigt, dass sie sich auf absehbare Zeit nicht mehr erholen können. Der Bericht spricht deshalb bereits von einem Wasserbankrott, einer strukturellen Überschuldung der natürlichen Wasserressourcen. Etwas kürzer ausgedrückt bedeutet es, dass die Menschheit Wasser schneller entnimmt, als natürliche Systeme es ersetzen können.
Wie der Bericht ausführt, sind die Auswirkungen massiv: Milliarden Menschen leiden bereits unter Wasserknappheit. Fast drei Viertel der Weltbevölkerung leben in Ländern, die als wasserarm oder kritisch wasserarm eingestuft sind. Zu den besonders betroffenen Regionen gehören der Nahe Osten und Nordafrika, Teile Südasiens und der Südwesten der USA. Etwa 4 Milliarden Menschen leiden mindestens einen Monat im Jahr unter schwerer Wasserknappheit. Ökonomisch schlagen Dürren mittlerweile mit Schäden von hunderten Milliarden US‑Dollar pro Jahr zu Buche.
Um nur einige globale Trends zu nennen:
- Seit den 1990er-Jahren verlieren weltweit mehr als die Hälfte der großen Seen Wasser.
- Dutzende Flüsse erreichen im Laufe eines Jahres zeitweise nicht mehr das Meer.
- Weltweit stammen etwa 50 % des häuslichen Wasserverbrauchs inzwischen aus Grundwasser.
- Rund 70 % der großen Grundreservoire zeigen langfristige Rückgänge.
- Die Welt hat seit 1970 mehr als 30 Prozent ihrer Gletschermasse verloren.

Abb. 1: Titelbild des Berichtes des United Nation Instituts für Wasser, Umwelt und Gesundheit. Quelle: UN-Bericht, abgerufen am 06.02.2026.
Klimawandel als Verstärker
Der Bericht macht klar: Der Klimawandel verschärft und beschleunigt viele der beobachteten Trends. Schmelzende Gletscher, veränderte Niederschlagsmuster und häufigere Extremereignisse wirken als Katalysatoren für Wasserverluste und instabile Wasserversorgung. Gleichzeitig betont die Studie, dass Übernutzung, etwa durch den exzessiven Grundwasserentzug für die Landwirtschaft und die industrielle Nutzung, vielfach die Hauptursache für die Wasserknappheit ist. Das bedeutet, dass Klimawandel und menschliche Nutzung gemeinsam wirken. In manchen Regionen dominiert der menschverursachte Wasserentzug, in anderen verschärft das Klima die ohnehin schon vorhandenen Probleme.
Fazit
Der Klimawandel wirkt wie ein Beschleuniger, doch die eigentliche Krise ist hausgemacht. Die Welt hat über Jahrzehnte mehr Wasser verbraucht, als die Natur langfristig wieder nachliefern kann.