Das Jahr 2025 war kein Rekordjahr und doch eines der heißesten seit Beginn der Messungen. Extremwetterereignisse wie Hitzewellen, Überschwemmungen, Starkregen, Dürren, Stürme und Waldbrände forderten weltweit zahlreiche Todesopfer und verwüsteten ganze Landstriche. Der Bericht „Unequal evidence and impacts, limits to adaptation: Extreme Weather in 2025“ der internationalen Forschungsinitiative World Weather Attribution (WWA) wertet diese Ereignisse in Bezug zum Klimawandel aus. Die Ergebnisse zeigen, wie deutlich sich der menschengemachte Klimawandel bereits heute in den Extremwetterereignissen niederschlägt.
Ergebnisse
Jedes Jahr dieselbe Frage, jedes Jahr dieselbe Antwort: War das vergangene Jahr ein extremes Wetterjahr? Auch für 2025 lautet die Antwort eindeutig „ja“. Obwohl das Jahr 2025 global etwas kühler ausfiel als 2024, belegte es in vielen Regionen der Erde, wie beispielsweise in Skandinavien, Grönland, Zentral- und Ostasien, die Spitzenplätze der langjährigen Jahresmitteltemperatur (siehe Abb. 1).

Abb. 1: Rang von 2025 im Vergleich zur Klimatologie von 1995–2024. Rang 1 (violett) bedeutet, dass es das wärmste Jahr der letzten 30 Jahre in der jeweiligen Region war, Rang 31 bedeutet (hellgelb), dass es das kälteste Jahr war. Quelle: WWA-Bericht 2025, abgerufen am 07.01.2026.
Der aktuelle Bericht der WWA analysiert insbesondere die folgenschweren Extremereignisse des Jahres 2025:
- Hitzewellen
Als tödlichste Auswirkung der Extreme erwies sich erneut die Hitze. In Europa starben allein im Sommer schätzungsweise 24.400 Menschen an den Folgen extremer Temperaturen. In anderen Regionen der Welt fehlen solche Daten oft – es zeigen sich aber auch dort die Auswirkungen immer häufiger auftretender Hitzewellen. Besonders drastisch zeigte sich dies im Südsudan: Eine extreme Februar-Hitzewelle wurde durch den Klimawandel um rund vier Grad verstärkt. Was früher dort ein seltenes Ereignis war, tritt nun etwa alle zwei Jahre auf.
- Überschwemmungen und Starkregen
Überschwemmungen waren 2025 eine der häufigsten Extremwettergefahren. In Ländern wie Pakistan, Sri Lanka, Indonesien oder Botswana konnte der Einfluss des Klimawandels klar nachgewiesen werden: Da wärmere Luft mehr Feuchtigkeit speichert, wird der Starkregen intensiver. Gleichzeitig zeigt der Bericht ein zentrales Problem: In vielen Regionen – vor allem im Globalen Süden – fehlen verlässliche Wetterdaten. Oft lassen sich die Auswirkungen des Klimawandels wissenschaftlich nicht eindeutig quantifizieren, obwohl die Schäden offensichtlich sind. Hinzu kommen menschengemachte Verstärker: rasche Urbanisierung, unzureichende Entwässerungssysteme und Abholzung.
- Dürren
Das Jahr 2025 war in vielen Regionen eines der trockensten Jahre seit Jahrzehnten – etwa im Nahen Osten und in Teilen Afrikas, Brasiliens oder Australiens. Besonders dramatisch ist die Lage im Iran: Fünf Jahre anhaltende Trockenheit, verstärkt durch den Klimawandel, haben die Wasserversorgung an den Rand des Kollapses gebracht. Der Bericht zeigt hier ebenfalls: Mehrjährige Dürren, die früher extrem selten waren, werden mit zunehmender Klimaerwärmung häufiger und länger.
- Stürme und Waldbrände
Ein besonders heftiger Sturm, der Hurrikan Melissa, hatte schwerwiegende Auswirkungen auf die gesamte Karibik. Eine Attributionsstudie ergab, dass die Niederschlagsintensität bei Stürmen wie Melissa um mehr als 9 % durch den Klimawandel zugenommen hat. Frühwarnsysteme und Evakuierungen retteten zwar viele Leben – doch der Bericht macht klar: Selbst gute Vorbereitung stößt an ihre Grenzen, wenn Extremereignisse immer intensiver werden.
Auch Waldbrände nahmen im Jahr 2025 neue Dimensionen an. Südkorea erlebte das mit Abstand extremste Waldbrandjahr seit 1997, wobei allein im März mehr als viermal so viel Fläche verbrannte als im bisherigen Jahresrekord. Die Wetterbedingungen, die diese Brände auslösten, kommen etwa einmal in 300 Jahren vor und wären ohne den Klimawandel nahezu unmöglich gewesen. Auch in Südeuropa und Kalifornien zerstörten Brände ganze Landstriche. Attributionsstudien zeigen, dass die Wetterbedingungen, die solche Feuer begünstigen, heute deutlich wahrscheinlicher sind als in einer Welt ohne Klimawandel.
Fazit
Der Bericht macht deutlich, dass viele Extremereignisse bereits heute durch den menschengemachten Klimawandel verstärkt werden. Selbst bei moderater globaler Erwärmung lassen sich deutliche Veränderungen in Häufigkeit und Intensität nachweisen.