Juni 2026: Klimawandel verschärft Hitzewelle in Westeuropa

Veröffentlicht am 24.06.2026

Eine Analyse von ClimaMeter kommt zu dem Ergebnis, dass die außergewöhnliche Hitzewelle in großen Teilen von Westeuropa ohne den menschengemachten Klimawandel deutlich weniger extrem ausgefallen wäre. Bei vergleichbaren Wetterlagen wären die Temperaturen vor einigen Jahrzehnten noch rund ein bis vier Grad Celsius niedriger ausgefallen. In München lagen die Temperaturen bei der aktuellen Hitzewelle dadurch bisher etwa 2,3 Grad Celsius höher.

Erläuterungen und Ergebnisse
Ausgelöst wurde die Hitzewelle durch eine stabile Hochdrucklage. Dabei wird heiße Luft über mehrere Tage über einer Region festgehalten. Wolkenbildung wird unterdrückt, die Sonneneinstrahlung verstärkt sich und die Temperaturen steigen kontinuierlich an. Solche Wetterlagen sind aus meteorologischer Sicht nicht ungewöhnlich. Nach Einschätzung von Forschenden von ClimaMeter ist jedoch die Intensität der Hitze bemerkenswert.

Für ihre Untersuchung analysierten die Forschenden die derzeitigen großräumigen atmosphärischen Zirkulationsmuster und verglichen sie mit ähnlichen Wetterlagen aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Ergebnis ist, dass unter denselben meteorologischen Bedingungen die Temperaturen damals deutlich niedriger waren. Die Differenzen liegen je nach Region zwischen etwa ein und vier Grad Celsius.

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Eine Frau trinkt aus einer Flasche. Im Hintergrund scheint sie Sonne.

Abbildung: Langanhaltende Hitzeperioden können zur Dehydration und zu Hitzeschlag führen. Quelle: Fotolia – Christian Schwier

Besonders stark fällt der Einfluss des Klimawandels in Südeuropa aus. Für die spanische Stadt Saragossa errechneten die Forschenden einen Temperaturanstieg von rund vier Grad Celsius gegenüber vergleichbaren Wetterlagen früherer Jahrzehnte. In Mailand beträgt der Unterschied 3,8 Grad Celsius, in Paris 2,4 Grad Celsius. Auch für Deutschland zeigt die Analyse einen klaren Erwärmungseffekt. In München lagen die Temperaturen demnach etwa 2,3 Grad Celsius höher. Für Frankfurt wurde ein Plus von rund 1,7 Grad Celsius berechnet, für Köln 1,6 Grad Celsius und für Berlin 1,2 Grad Celsius. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der Klimawandel nicht nur in den klassischen Hitze-Hotspots Südeuropas, sondern auch in Mitteleuropa einen erheblichen Einfluss auf die Temperaturen ausübt.

Dabei betonen die Forschenden, dass vergleichbare Zirkulationsmuster bereits mehrfach in der Vergangenheit aufgetreten sind. Die Wetterlage selbst sei nur ein Teil des Problems. Neu sei vielmehr die deutlich höhere Grundtemperatur des Klimasystems. Der Klimawandel führt dazu, dass heute aus einer früher gewöhnlichen sommerlichen Wetterlage deutlich häufiger ein Extremereignis werden kann.

Fazit
Die Analyse von ClimaMeter liefert ein weiteres Beispiel dafür, wie der Klimawandel Extremereignisse verändert. Die Wetterlage allein erklärt die außergewöhnliche Hitze des Juni 2026 nicht. Erst die langfristige Erwärmung des Klimasystems machte aus einer ohnehin warmen Wetterlage ein Extremereignis.