Bericht des Rückversicherers Munich Re: Ein vergleichsweise ruhiges Katastrophenjahr 2025 für Europa – aber nicht für die Welt

Veröffentlicht am 19.01.2026

Laut dem aktuellen Bericht des Rückversicherers Munich Re verursachten Naturkatastrophen 2025 weltweit Schäden in dreistelliger Milliardenhöhe. Während die Welt wieder von schweren Naturkatastrophen heimgesucht wurde, blieb die Schadensbilanz Europas unter dem langjährigen Durchschnitt. Für die Munich Re ist dabei für 2025 klar, dass es viele extreme Ereignisse mit relativ sicherem Einfluss des Klimawandels gab.

Globale Extremereignisse und deren Schäden
Weltweit verursachten Naturkatastrophen 2025 etwa 224 Milliarden US-Dollar an Schäden, davon trugen Versicherer rund 108 Milliarden US-Dollar. Damit reiht sich das vergangene Jahr ein in immer mehr Jahre mit versicherten Schäden jenseits der 100-Milliarden-US-Dollar-Grenze. Einige der größten weltweiten Katastrophen betrafen:

  • Waldbrände im Großraum Los Angeles, die mit über 50 Milliarden US-Dollar Gesamtschaden die teuersten in der Versicherungsgeschichte waren. 30 Menschen kamen ums Leben.
  • Ein Erdbeben der Stärke 7,7 in Myanmar, mit Tausenden Toten und enormen wirtschaftlichen Schäden. 
  • Ein ungewöhnlich starker Hurrikanzyklus im Nordatlantik, mit mehreren Kategorie-5-Stürmen, der besonders Karibikinseln traf. So wurde Jamaika vom Hurrikan Melissa mit Windgeschwindigkeiten von nahezu 300 km/h getroffen. Die Gesamtschäden beliefen sich auf etwa 9,8 Milliarden US-Dollar, wovon nur rund 3 Milliarden US-Dollar versichert waren.

Europa 2025
In Europa war die Bilanz deutlich moderater. Die gesamten Naturkatastrophenschäden beliefen sich auf rund 11 Milliarden US-Dollar – deutlich unter dem zehnjährigen Durchschnitt von etwa 35 Milliarden US-Dollar. Die prägendsten Ereignisse waren:

  • Eine Reihe schwerer Gewitter mit Hagel traf Teile von Frankreich, Österreich und Deutschland und verursachte insgesamt rund 1,2 Milliarden US-Dollar an Schäden, davon waren etwa 0,8 Milliarden US-Dollar versichert. 
  • Eine starke Kältewelle in der Türkei verursachte rund 2 Milliarden US-Dollar an Schäden, von denen etwa 0,6 Milliarden US-Dollar versichert waren.
  • Spanien litt nach einer langen Hitze- und Dürreperiode unter den stärksten Waldbränden der letzten Jahre. Rund 400.000 Hektar verbrannten – fast das Fünffache des langjährigen Mittels. 

Zwar erlebte Europa 2025 ein Jahr mit unterdurchschnittlichen Naturkatastrophenschäden. Doch diese Momentaufnahme darf nicht über den langfristigen Trend hinwegtäuschen, denn Extremwetterereignisse nehmen durch den Klimawandel zu. Für Politik, Wirtschaft und Versicherer bleibt die Aufgabe, Vorsorge und Anpassung weiter auszubauen.